Neuendorfer Geschichtsecke

 


Die Familie von Nell im Trierer Land

von Günther Molz

Aus dem Jahrbuch zur Information und Unterhaltung Kreis Trier-Saarburg 1978

Herausgegeben von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg


 

Wappen der Familie Nell, die das "Leck-mich-am-Arsch-Haus" in Neuendorf erbaut hat.

 

Im Jahre 1976 wandte sich der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen in Bonn an die Bezirksgruppe Trier der Westdeutschen Gesellschaft für  Familienkunde mit der Bitte, ihm bei der genealogischen Forschung nach einem gewissen J.P. Nell behilflich zu sein.

Es bestand die Vermutung, daß J.P. Nell der Trierer Adelsfamilie angehörte. Der Anlaß zur Nachfrage war eine im Bundespostmuseum in Frankfurt archivierte, originalhandkolorierte Postkurskarte, deren Nachdruck durch das Bundespostministerium in Verbindung mit der Gesellschaft für Deutsche Postgeschichte vorgesehen war. Die Karte sollte wegen ihrer Bedeutung für die deutsche Postgeschichte und auf Grund ihrer grafisch attraktiven Aussage zum Aushang in den größeren Postämtern der Bundesrepublik vorgesehen sein.

Jene Poststraßenkarte entstand im Jahre 17o9. Sie wurde seinerzeit von Johann Peter Nell zu Thomenacher, dem "Kejserlichen Rat und Feldpostmeister im Reich, den Niederlanden, zu Prag und dem Erbkönigreich Böhmen und Oberpostverwalter" entworfen und dann als "Neu-vermehrte Post-Charta" herausgegeben. Johann Peter von Nell widmete 1714 diese Postkurskarte dem österreichischen Oberpostmeister Karl  Josef Grafen von Parr, mit dessen reichgeschmücktem Wappen sie wirkungsvoll dekoriert ist. Putten, die auf Pferden sitzend Posthorn, Briefe und andere Symbole und Attribute der Post in Händen halten, sind wirkungsvoll dargestellt. Die Karte, zeigt ein umfangreiches Straßennetz, markiert reitende und fahrende Posten, gibt Entfernungen bekannt etc.; sie erstreckt sich auf das gesamte postalisch erschlossene Gebiet von "gantz Teutschland, Italien, Frankreich, Niederland, Preußen, Polen und Ungarn". Als Kupferstich fand die Karte seinerzeit Aufnahme in den "Homannschen Atlas", verlegt in Nürnberg von dem Graveur und Landkartenverleger Joh.Baptist Homann (1664-1724).

Die Anfrage der Post war zugleich der Anlaß, sich intensiv mit der Familie von Nell zu befassen, die seit Generationen in Trier und im Kreisgebiet ansässig und begütert ist und im Laufe der Jahrhunderte bedeutende Männer hervorgebracht hat, die im Dienste der Kirche, des Staates und der Gemeinde an verantwortlicher Stelle standen und Bedeutendes geleistet hatten.

Es ist im Trierer Land bekannt, daß die Familie von Nell im Tiergartental bei Olewig und im Ruwertal in Kasel begütert ist und daß das landwirtschaftliche Anwesen in Trier-Mariahof mit dem dazugehörigen Grund und Boden, auf dem sich heute der gleichnamige Stadtteil erhebt, vormals der Familie von Nell gehört hat. Auch kennen viele den im nördlichen Trierer Stadtteil gelegenen Park "Nells Ländchen". Darüber hinaus hatte die Familie von Nell in St.Matthias, Pfalzel, Kasel und im Hochwald im Laufe des letzten Jahrhunderts umfangreichen Besitz erwerben können und dabei die Stadt Trier in ihrer räumlichen Ausdehnungsmöglichkeit eingeschränkt.

Es war vielen Trierern jedoch nicht bekannt daß die Familie bereits seit Jahrhunderten in kurtrierischen Hof- und Staatsdiensten sich bewährt hatte und als Kaufleute, Juristen , Offiziere und Geistliche führende Positionen bekleidet hatte. Dabei waren die Nells zahlreiche Familienbindungen eingegangen mit anderen Adelsgeschlechtern und bekannten Ratsfamilien. Diese Verbindungen trugen mit dazu bei, das Vermögen und Ansehen der Familie zu steigern. Der hierdurch erreichte beachtliche ständige Aufstieg entsprach ebenso echter Leistung wie vorausschauender Heiratspolitik. In allen Bereichen des täglichen Lebens prägten die Nachkommen des Stammvaters Peter Christian Nell durch Jahrhunderte ihre Zeit und ihre Umgebung. Zahlreiche Persönlichkeiten, die den Namen Nell tragen, zählen heute zu den Führungsschichten Europas und der Neuen Welt.

Herkunft der Familie

Grundlegende Untersuchungen über das Namensvorkommen Nell haben mehrere Namensträger erkennen lassen (Kreis Mayen, Siegerland, Wien), ohne jedoch eine Verbindung zu der im Trierer Land beheimateten Familie von Nell herstellen zu können.

Wir wissen, dass Pater Christian Nell, der Stammvater der Familie, im Jahre 17o9 in seinem Ersuchen um Nobilitierung zugleich um die Bestätigung das in seiner Familie geführten Wappens bat. Dieses Wappen war offenbar bereits schon vorhanden. Daraus können wir schließen, dass schon sein Vater während des Dreißigjährigen Krieges nicht ohne Ansehen und Wohlstand gewesen ist.

Einer Überlieferung nach kommt die Familie aus Irland. Forschungen haben ergeben, daß die Wappen der irischen O'Neill erstaunlich verwandt sind zu dem Wappen der Trierer von Nell, um dessen Bestätigung Christian Nell 1709 nachsuchte.

Im Dezember 1692 siegelt Peter Christian Nell bereits mit dem ursprünglichen Nell-Wappen: einem aufrechtstehenden Fisch mit zwei Sternen neben dem Kopf. Das Erstaunliche ist, daß alle bekannten irischen O'Neill-Wappen den Fisch und die Sterne im Schilde führen.

Mit dem rittermäßigen Adelsstand bestätigte Kaiser Karl VI. im Jahre 1909 nicht etwa dieses alte Nell-Wappen, sondern erkannte auf ein verbessertes. Das heutige Von-Nell-Wappen zeigt im gevierteilten Schild in 1 und 4 je eine Ähre und in 2 und 3 je einen als Delphin oder Wal bezeichneten Fisch.

Die Ähren sollen hinweisen auf den Gutsbesitzer Pater Christian von Nell zu Thomenacher mit "Freysitz in Wallersheim".

Peter Christian Nell, von Wallersheim bei Koblenz, nobilitiert 17o9, war der Sohn von Christian Nell und der Maria Catharina Vogt. Pater Christian hatte neun Geschwister. Sein Vater war unter dem Namen "Janes" bekannt. Offensichtlich war er bereits Flößer und Holzhändler und stand in Geschäften mit Holland. Zur Geburt des Pater Christian muß er bereits ein Gut bei Wallersheim nahe (Anm: Richtig „in“) Koblenz-­Neuendorf besessen haben, denn im Antrag auf Nobilitierung schreibt der Sohn Peter Christian, "daß er auf dem Freysitz zu Wallersheim geboren sei. Christian Nell war zweifellos ein wohlhabender und angesehener Mann.

Der Stammvater der Linie von Nell zu Thomenacher

Vater und Sohn waren Flößer, und man neigt leicht dazu, das als einen recht gewöhnlichen Beruf anzusehen. Das traf aber für jene Zeit keinesfalls zu.

Holz war im Mittelalter der wichtigste Rohstoff. Es gab kein Gewerbe und keine Industrie, es konnte kein Haus gebaut worden, das nicht auf Holz angewiesen war. Darum siedelten sich Eisenhütten nur dort an, wo große Holzvorräte in greifbarer Nähe waren. In Ländern, die Schifffahrt betrieben und die nur einen geringen Waldbestand ihr Eigen nannten, war Holz ein begehrtes Einfuhrprodukt.

Als Wirtschaftsfaktor war darum die Flößerei auf dem Rhein unter allen Strömen Europas in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Der Mangel an ausreichenden Landstraßen führte schon früh dazu, die vorhandenen Wasserstraßen zum Holztransport zu benutzen. Die Floßschiffahrt gehört darum zu den ältesten Gewerben am Rhein, das noch bis in unsere Zeit betrieben wurde. Der Zolltarif des Stiftes St. Simeon zu Koblenz erwähnt bereits im Jahre 12o9 vloze (Flöße).

Die Flöße, so genannte schwimmende Inseln, kamen aus dem Schwarzwald, beladen mit einer Anzahl von Stämmen, die zu einem Gestör verbunden waren, das zwischen 2ooo und 5ooo Stämme, meist wertvolle lange, dicke Buchen- und Eichenstämme , zählte. Die Gestöre erhielten häufig eine zweite, aufgelegte Schicht, die Oberlast, bestehend aus tragfähigem Fichtenholz, und so kam ohne weiteres der Bedarf für den Bau eines Segelschiffes zustande. Wenn man sich vorstellt, daß in der Mitte dieser schwimmenden Insel zehn bis dreizehn geräumige Hütten, aus Brettern gebaut, standen und die von 4oo bis 5oo Ruderknechten und Arbeitern bewohnt waren, so kann man sich ungefähr einen Begriff von einem Floß machen. Eine Floßbreite von 6o m und eine Länge von 3oo Meter waren keine Seltenheit.

Gerade im 17. und 18. Jahrhundert war der Schiffsbau in Holland zu hoher Blüte gelangt. Außerdem wurde in den Generalstaaten das Holz verwandt, um als Rammpfähle den festen Grund für die aufblühenden Städte der Niederlande zu werden.

Bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges haben es viele Flößer zu Reichtum und Ansehen gebracht. Vermögen von über 5oo.ooo Gulden waren keine Seltenheit. Nach heutiger Kaufkraft entsprach das dem Besitz einiger Millionen DM. Städte und Fürsten liehen sich Geld bei den Flößern aus. In der 23 Seiten umfassenden Erklärung zur Nobilitierung das Peter Chri­stian von Nell aus dem Jahre 17o9 werden seine Verdienste hervorgehoben und ihm die Nobilitierung nahegelegt. Mit diesem Zeitpunkt beginnt die Familiengeschichte der von Nell in neuen Bahnen.

Peter Christian von Nell heiratete in Koblenz die Gertrud Miltz, Tochter des Anton Miltz und der Margaretha Brauneck. Elf Kinder sind aus dieser Ehe hervorgegangen.

Peter Christian von Nell, der geadelte "Flößer", stand bis ins hohe Alter in seinem harten Beruf. Er war 69 Jahre alt, als er in Holland einem Unfall zum Opfer fiel.

Alle Kinder des Stammvaters wurden in N e u e n d o r f geboren. Anna Margarete heiratete Peter Schaaf, Bürger und Holzhändler in Neuendorf. Nachkommen heirateten ein in die Trierer Familie Schlabarth. Ihr Sohn Johann Conrad läßt sich in Trier als Holzhändler nieder, wird Schiffleut­meister und gehört dem Trierer Stadtrat an.

Jakob, geboren 1671, ist der älteste Sohn. Er heiratet Sybille Polch, Tochter das Trierer Bürgermeisters und Erbauer des "Roten Hauses". Der zweitälteste Sohn, Johann Peter, vermählte sich in Trier mit Elisabeth Schlabarth, Tochter des Hochgerichtsschöffen und Generaleinnehmers Johann Georg von Kintzweiler, genannt Schlabarth. Maria, geboren 1674, heiratete ein in die Familie das Hofapothekers Koch in Koblenz. Christianus, der dritte Sohn, wurde Major in polnischen Diensten und ließ sich später in Koblenz nieder. Johann Wilhelm lebte als Kanoniker in St. Castor in Koblenz, während Heinrich hoher Offizier wurde und in die Familie von Bockenheim einheiratete.

Johann, geboren 1687, war Kaiserlicher Kriegsgerichtsrat und Auditor. Er be­gründete eine Linie von Nell in Österreich.

Stammvater der Trierer Familie von Nell ist N i c o 1 a u s, geboren 1678. Er betreibt über den Tod seines Vaters hinaus den Handel mit Holz und leitet die großen Flöße zum Niederrhein.

Die Familie von Nell in der Generationenfolge

Es ist zweckmäßig, die Generationsfolge von den Lebenden ausgehend darzustellen und dann den Weg in die Vergangenheit zu suchen.

Repräsentanten der Familie sind Georg Fritz von Nell, Weingut Tiergarten/ Olewig, und Christoph von Nell, Weingut Kasel im Ruwertal.

Aus der Ehe der Eltern: Carl Philipp Maria von Nell und der Maria Henrietta Franziska Josepha von Raabl-Werner sind zwölf Kinder hervorgegangen. Das Ehepaar lebte auf Mariahof und Tiergarten in Trier.

Erwähnenswert ist der Bruder von Carl Philipp Maria von Nell, Onkel der vorgenannten jüngeren Generation, Oswald von Nell-Breuning. Er ließ zur Erinnerung an seinen Eintritt in den Jesuitenorden 1911 die Madonna mit Strahlenkranz über dem Torbogen das Hofgutes Mariahof anbringen. Der im 86. Lebensjahr stehende Nestor unter den deutschen katholischen Sozialwissenschaftlern ist Professor für Moraltheologie an der Philosophischen Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt und seit 1956 Honorarprofessor an der Frankfurter Universität. Seine wichtigsten Veröffentlichungen sind: das Sammelwerk "Wirtschaft und Gesellschaft heut" und sein Kommentar zu der Enzyklika "Quadragesimo anno", die er maßgeblich beeinflußt hat.

Sein Onkel, Bruder der Mutter, war kinderlos. Er machte ihn zum Erben unter der Bedingung, seinem Namen das Prädikat "von Breuning" hinzuzufügen. Der deutsche Kaiser, Wilhelm II., entsprach dieser Bitte des alten Geschlechts von Breuning.

Die Eltern der vorgenannten Generation sind Georg Friedrich Maria Arthur von Nell, geboren 1857 in Trier, verheiratet 1889 mit Bernarda Clara Hermine von Breuning. Arthur von Nell starb im Jahre 1939. Er war Doktor jur., Rittergutsbesitzer, Beigeordneter der Stadt Trier, Kreisdeputierter, Mitglied des Landtages, Major des Landsturms .....

Sein Bruder, Peter Joseph Maria Oskar, vermählte sich 1899 mit Elisabeth Freiin von Villiez. Er war 189o - 1912 Königlich-Preußischer Landrat des Kreises Geldern, 1913-23 das Kreises Bonn. Er erwarb Ende des vorigen Jahrhunderts das Weingut in Kasel und machte es zu einem mustergültigen Weinhaubetrieb, der bis 1955 in Familienbesitz blieb. Nach vorübergehendem Besitzerwechsel kam das Weingut mit loo.ooo Stöcken in die Hände von Christoph von Nell, der es heute nach modernen Gesichtspunkten bewirtschaftet und mit den Lagen Dominikanerberg und Paulinsberg internationale Anerkennung gefunden hat. Eine weitere Generation zurück finden wir als Ahn Johann Peter D. von Nell, 1818 geboren, verheiratet mit Anna Franciska Kochs, Herr auf dem Rittergut St. Matthias. Ein Bruder ist Georg Friedrich von Nell, geboren 1816, der Landrat des Kreises Saarburg war. Der Bruder Johann Peter J o b von Nell schließlich erbte von seinem Patenonkel, Richter Johann Peter Job Hermes, Wohltäter der Stadt und Förderer des Trierer Kulturlebens, das Gut Burg Heid bei Lampaden im Hochwald.

In der nächsten Generation erkennen wir Georg Friedrich Job von Nell, Großkaufmann und Rittergutsbesitzer, Königlich-Preußischer Kommerzienrat und Bankier in Trier. Als er im Jahre 18o7 Anna Maria Emilie Marx aus Colmar heiratet, besitzt er bereits das Hofgut in Perl. Er war der einzige Sohn das Christoph Philipp Bernhard Hugo und erbaute 1844 in Stadtnähe das Gut Mariahof, zunächst das Wohnhaus und den Schafstall, und benannte den Hof nach dem Vornamen seiner Ehefrau: Maria. 1816 gründete er die Handlungsgesellschaft Georg Friedrich Nell & Co., die Bank-, Späditions- und Weingeschäfte betrieb. 1839 zählte er zu den Mitgründern der Mosel-Dampfschiffahrts-Gesellschaft. Im Jahre 1827 wurde er auch in Preußen geadelt und kam 1829 in die Adelsmatrikel der preußischen Rheinprovinz. Seine Bedeutung für die Stadt Trier ist in allen einschlägigen Werken zur Stadtgeschichte nachzulesen. Eine weitere Generation zurück kommen wir zu Christoph Philipp Bernhard Hugo Nell, geboren 1753 in Trier, am 16. August 1824 in Preußen geadelt und 1825 zu Trier als Kommerzienrat gestorben. Er übte seine Tätigkeit als Floßhändler, Bankier und Gutsbesitzer aus. Bereits im Jahre 1777 ist er Bäckeramtsmeister und als solcher im Trierer Rat tätig. Er hatte 18o4 das säkularisierte Klostergut St. Matthias von der französischen Domänenverwaltung erworben. Für 91.ooo Francs gingen die gut erhaltenen Kloster- und Wirtschaftsgebäude, der Park, der große Garten und das Gelände "Schammat", von einer Mauer seit dem lo. Jahrhundert umgeben, mit Ackerland und Weingärten in neue Hände über. Als Vertreter des Moselgebietes wirkte er in der französischen Nationalversammlung. Sein Bruder Nikolaus, Dr. jur., Domkapitular in Trier, kaufte 1796 auf der Paulinsflur sumpfiges Gelände und schuf prächtige Anlagen, bekannt unter dem Namen "Nells Ländchen". 18o4 weilte hier Napoleon gelegentlich eines Besuchs in Trier. Die Schwester, Anna Margarete, heiratete Jacob Anton Hermes, der Sohn, Johann Peter Job, die Maria Eva Josef Eschermann aus dem Geschlecht das letzten kurtrierischen Kanzlers Eschermann.

Mit der weiteren Generation treffen wir wieder auf die Koblenzer Nell. Johann Peter Job Nell, geboren 1717 in Neuendorf, heiratet 1739 in Trier Maria Johanna Rosa Hitzler, Tochter des Trierer Stadtschreibers, Hochgerichtsschöffen und mehrmaligen Bürgermeisters Dr. jur. Albert Hitzler. Johann Peter Job betreibt das Handwerk seines Vaters, die Flößerei und den Holzhandel in Trier, und ist dort auch Kurfürstlicher Oberfischermeister und Leineweberamtsmeister. Und hier haben wir wieder den Anschluß gefunden, denn er ist der Sohn des Nicolaus Nell, geboren 1678 in Neuendorf, sechstes Kind des 17o9 geadelten Peter Christian, Ahnherr der Trierer Nell.

Es würde zu weit führen , die Verbindungen der Familie Nell aufzuzählen, die sie im Laufe der Jahrhunderte eingegangen sind, und zu erwähnen, welche Einzelpersöhnlichkeiten überdurchschnittliche Bedeutung erlangten. Stellvertretend sollen zwei genannt sein, die einen bürgerlichen Beruf ergriffen hatten. Unter den Nell-Nachkommen finden wir in der "Neuen Welt" Ludwig Maximilian. Er ist ein berühmter Karthograph und General-Surveyor für Alaska. Zu seinen Ehren wird eine Gedenktafel auf dem Long-Peak in Colorado angebracht. Sein Nachkomme vertritt heute als Präsident eines der größten Wirtschaftsunternehmen der Welt. In Deutschland soll stellvertretend für alle Nell-Nachkommen Prof. Walter Nell stehen, Chirurg und Chefarzt der Betheler Anstalten.

Die Nell-Namensträger zog es in die weite Welt, nach Amerika, Österreich, Ungarn, Italien und Polen, doch mit dem "Kejserlichen Postmeister", dessen Karte heute in den Postämtern der Bundesrepublik wieder zu Ehren kommt, verbindet sie die Stammheimat an Rhein und Mosel.

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Quellen: Ausarbeitung von Herbert Büsenschütt, Kressbronn; Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde, Bezirksgruppe Trier; Familienarchiv von Nell zu Thomenacher.

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